Herausforderung Fragmentierung

Der erste Hearth Summit in Deutschland ist vorüber.

Wir sind geschafft und haben viel gelernt. Wir sind dankbar für eine bewegende Veranstaltung mit vielen Erlebnissen und tollen Gästen. Wir sind uns bewusst, dass der Prozess herausfordernd war, und wir haben am eigenen Leib erfahren, dass unser gewähltes Thema FRAGMENTIERUNG brandaktuell und real wirksam ist.

Mit der Ankündigung „wir setzen uns mit gesellschaftlicher Fragmentierung auseinander und erforschen, wie wir diese – auf mentaler, körperlicher und emotionaler Ebene – erleben und selbst reproduzieren” sind wir an den Start gegangen. Wir konnten dies auf allen genannten Ebenen erleben – gemeinsam mit 120 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft, Philanthropie und Kunst.

© Michael Bennett

Wir haben diesen Summit veranstaltet, um einen Reflexionsraum zu schaffen für Möglichkeiten der Gestaltung von Gesellschaft und mit der Überzeugung, dass wir in uns selbst und in Verbindung miteinander die aktuellen Geschehnisse in der Welt erfahrbar machen müssen, wenn wir wirkliche Veränderungen bewirken wollen. Der Summit war ein Auftakt dafür.

Dabei haben wir uns auf den Weg gemacht und auch die unteren Schichten des Eisbergs einbezogen (siehe Grafik). Wir haben erlebt, wie herausfordernd es ist, sehr unterschiedliche Perspektiven auf die Gesellschaft in einem Raum zu halten, ohne Unsicherheit zu schaffen – und wie viel schwerer es ist, auf dieser Grundlage in Verbindung und in den Dialog zu gehen, hat sich auch auf dem Summit kristallisiert und die Gruppe fragmentiert. Wir haben gelernt: Vertrauen innerhalb einer Gruppe zu schaffen ist essentiell. Gemeinsame und klare Übereinkünfte, wie wir miteinander sein wollen und ihre ausnahmslose Achtung, sind wichtige Grundpfeiler für Verbindung. Teilweise wurde der Zusammenhalt der Gruppe aber auch auf die Probe gestellt.

© Michael Bennett; Clementine Ewokolo Burnley und Flor Fischer

Künstlerische Interventionen von Naima Nazir und Nick Meehan haben tiefe Erfahrungen von Verbundenheit und auch Schmerzen der Trennung erfahrbar werden lassen. Workshops rund um Sterben und Loslassen (mit Luka Faradsch und Lukas Geschwind), Körper und Beziehung mit Christa Cocciole und Maegan Gorbett, Sprechen und Zuhören mit Roman Huber und Claudine Nierth oder Unterdrückung und Marginalisierung mit Clementine Ewokole Burnley und Flor Fischer ermöglichten weitere Vertiefungen. Der Berliner Chor Cantus Domus unter der Leitung von Ralf Sochaczewsky hat Fragmentierung erlebbar gemacht und gleichzeitig die Gestaltung von Elementen, die ein großes Ganzes ergeben, hör- und spürbar werden lassen.

© Michael Bennett; Naima Nazir
© Michael Bennett; Cantus Domus

Der Rahmen des Summits wurde gesetzt durch ein Auftakt-Gespräch über Aktivismus und Fragmentierung mit Emilia Roig und Raphael Thelen, die ihre biografischen Entwicklungsprozesse dazu eindrücklich teilten. Abgerundet wurde der Summit durch ein gemeinsames Frühstück und mit Klangräumen, die die Teilnehmenden mit Ralf Sochaczewsky und Cantus Domus entwarfen. In Einzelgesprächen konnte das Erlebte reflektiert werden.

Joana Breidenbach, Raphael Thelen, Emilia Roig (v.l.n.r.)

Der Hearth Summit Berlin hat sich finanziell nicht getragen (Spenden ist weiter möglich!) – aber wir werden es wieder tun. Wir werden weiterhin offen mit diesen Herausforderungen umgehen und daran arbeiten, wie wir grundlegend gemeinsame Zukünfte gestalten können und wie wir das mit viel Kraft und Verbundenheit schaffen können: in Verbindung zu uns selbst, in Verbindung zueinander und als integrativer Teil der Natur. Wir haben eine ausführliche Umfrage zum Summit gemacht und möchten allen Teilnehmenden für ihre offenen Rückmeldungen danken. In einem weiteren Artikel werden wir das Feedback und unsere Lernerfahrungen mit Euch teilen.

Wir sind dankbar für jedes Element und jeden Beitrag und für die wunderbare Kollaboration mit dem globalen Wellbeing Project, das uns in der Umsetzung unterstützt und inspiriert hat.

Unser Podcast

Die erste Folge in der Resilienz-Reihe