Für unser Projekt “Die resiliente Zivilgesellschaft” haben wir viel Literatur gewälzt. Hier stellen wir euch vor, was ihr zum Thema gelesen haben solltet und warum.
Amo-Agyemang, Charles (2021): „Decolonising the Discourse on Resilience”.
Charles Amo-Agyemang lässt kein gutes Haar an einem eurozentrischen Resilienzverständnis, das auf individuelle Anpassung alla „Survival of the fittest“ setzt, und plädiert für emanzipatives Weltverändern aus der Kraft lokaler Gemeinschaften. Wir plädieren mit!
In: International Journal of African Renaissance Studies - Multi-, Inter- and Transdisciplinarity 16 (1), S. 4-30. Verfügbar bei Taylor & Francis Online (kostenpflichtig).
Brunnermeier, Markus Konrad (2021): Die resiliente Gesellschaft. Wie wir künftige Krisen besser meistern können.
Mit dem Blick eines Volkswirtschaftlers schildert Brunnermeier seine Idee eines resilienten Gesellschaftsvertrages. Auch wenn das Buch teilweise stark auf wirtschaftliche Prioritäten eingeht, bietet das Buch eine strukturierte Grundlage zur Abgrenzung des Resilienzbegriffes und geht dabei z. B. auch tiefer auf die bestehende Resilienzungleichheit ein, wie man es sonst nur selten lesen kann.
Verfügbar beim aufbau Verlag (kostenpflichtig).
Chehata, Yasmine et al. (2023): Empowerment, Resilienz und Powersharing in der Migrationsgesellschaft.
Yasemine Chehata und Kolleg*innen schreiben über gemeinschaftliche Resilienzpraktiken als (Über-)Lebensstrategie von Menschen mit Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen, mit Blick auf die Theorie des Resilienzbegriffs und mit dem ganz praktischen Ziel neue und vorhandene Bündnisse aufzubauen und zu stärken. Sehr, sehr wichtig!
Weinheim: Beltz Juventa. Verfügbar als kostenloses E-Book.
Haidt, Jonathan (2022): Why the past 10 years of American life have been uniquely stupid.
Warum kommen wir von einer Krise in die nächste? Der Moralpsychologe Jonathan Haidt beschreibt – vor allem mit Blick auf die USA – wie uns als Gesellschaft die Fähigkeit verloren gegangen ist, miteinander zu reden. Die Rolle von Social Media auf der einen und die Konsequenzen für unsere Demokratie auf der anderen Seite ergeben ein plausibles wie alarmierendes Gesamtbild – und erste Anhaltspunkte, um unsere gesellschaftliche Resilienz zu stärken.
Verfügbar bei The Atlantic.
Hoffmann, Gregor Paul (2017): Organisationale Resilienz.
Gregor Paul Hoffmann nimmt die Merkmale von Organisationen und Resilienz enorm fundiert und erhellend auseinander und setzt sie zum anwendungstauglichen Konzept organisationaler Resilienz zusammen. Unser Standardwerk zum Thema!
Verfügbar über Springer (kostenpflichtig).
Luthmann, Timo (2019): Politisch aktiv sein und bleiben.
Timo Luthmann versammelt handfeste, resilienzstärkende Überlegungen und Tools für soziale Bewegungen und bindet dabei Individuum, Kollektiv und Strategie klug zusammen. Zum Nachschlagen empfohlen!
Handbuch Nachhaltiger Aktivismus. Münster. Verfügbar beim Unrast Verlag (kostenpflichtig).
Rowson, Jonathan (2023): Prefixing the World.
Der zuweilen interaktive Text von Rowson kreist um die Ursprünge der Krise(n), vergleicht die Konzepte der Poly- und Metakrise miteinander und findet greifbare Beschreibungen für etwas schwer Begreifliches.
Verfügbar über Perspecteeva (kostenlos).
Silbernagl, Carolin (2021): Das neue Normal. Was die Zivilgesellschaft aus der Corona-Krise mitnimmt.
Silbernagl nimmt im Kontext der Corona-Krise genauer unter die Lupe, wie diese die finanzielle Situation und Anforderungen an die Führung von zivilgesellschaftlichen Organisationen herausfordert. Die Lektüre bringt es ohne zu verschönigen auf den Punkt, warum es wichtig und nötig ist, gemeinsam die Resilienz der Zivilgesellschaft in den Fokus zu rücken.
Verfügbar über so-geht-digital.de (kostenlos).
Van der Vegt, Gerben S. et al. (2015): „Managing Risk and Resilience”.
Van der Vegt und Kolleg*innen erkennen bereits in frühen Phasen der Forschung zur organisationaler Resilienz deren Verknüpfung mit individueller und gesellschaftlicher Resilienz.Vor allem im Bezug auf die Zivilgesellschaft ist folgende Erkenntnis prägend: Ein System muss sich immer zuerst selbst heilen, bevor es anderen beim Heilen helfen kann!
In: AMJ 58 (4), S. 971-980. Verfügbar über Researchgate (kostenlos).
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